RAL-Gütezeichen
Um den hohen Verbraucheransprüchen in puncto Umweltverträglichkeit gerecht zu werden, haben sich mehr als 60 Tapetenhersteller in einer 1991 gegründeten Gütegemeinschaft zusammengeschlossen und ihre Produkte einer ständigen Kontrolle unterstellt. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen und Behörden wurden strenge, umfassende und weit über die gesetzlichen Regelungen hinausgehende Gütebestimmungen festgelegt, die schließlich vom Deutschen Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. (RAL) anerkannt wurden. Die Einhaltung der Gütebestimmungen wird ständig vom neutralen Fraunhofer-Institiut in Braunschweig überwacht. Nur solche Produkte, die den hohen Ansprüchen genügen, erhalten das abgebildete RAL-Gütezeichen.

CE-Kennzeichnung
Die CE-Kennzeichnung ist eine EU-rechtliche Sicherheitskennzeichnung für bestimmte Produkte. Durch die Anbringung der CE-Kennzeichnung bestätigt der Hersteller, dass das Produkt den geltenden europäischen Richtlinien entspricht

Tapetenqualitäten:
1. Papiertapeten
Papiertapeten bestehen meistens aus zwei Papierschichten. Die obere Schicht wird geprägt und farbig bedruckt, die untere Schicht dient als Trägermaterial und bleibt (bei spaltbaren Qualitäten) beim Renovieren nach dem Ablösen der oberen Schicht auf dem Untergrund erhalten.

2. Profiltapeten (Relieftapeten)
Bei Profiltapeten werden Farbpasten auf das Trägermaterial aufgedruckt. Die profilierte Oberfläche gewinnt durch Licht und Schatten eine interessante dreidimensionale Wirkung.Die meisten Profiltapeten sind hochwaschbeständig, gut lichtbeständig und spaltbar abziehbar, was die spätere Renovierung erleichtert.

3. Vinyltapeten
Diese Tapeten bestehen aus einem Trägermaterial mit fest verbundener Vinylbeschichtung. Die Vorderseite ist bedruckt, glatt oder geprägt. Vinyltapeten werden vorzugsweise in Bereichen eingesetzt, in denen es auf eine außerordentliche Strapazierfähigkeit der Oberfläche ankommt.

4. Vliestapeten
Bei Vliestapeten wird der Papierträger der Tapete durch ein spezielles Vlies ersetzt. Im Handel sind sowohl fertige Vliestapeten als auch solche, deren Oberfläche nach dem Tapezieren farbig gestrichen werden muss, erhältlich.Vliestapeten sind besonders einfach in der Verarbeitung: Statt der Tapetenrückseite wird die zu tapezierende Wand direkt eingekleistert und die Tapete ohne Weichzeit direkt in das Kleisterbett eingelegt („Wandklebetechnik"). Denn durch den Vliesträger ist die Tapete dimensionsstabil, auf die Weichzeit kann daher verzichtet werden.Tapeten mit Vliesträger überbrücken kleine Risse im Untergrund und können bei der Renovierung restlos trocken von der Wand abgezogen werden.
 



 

Häufig gestellte Fragen

Frage 1: Was versteht man unter einer "Weichzeit für Tapeten"?
Den Vorgang beim Tapezieren, bei dem der auf die Tapete aufgetragene Kleister in das Papier eindringt und die Fasern anquellen lässt. Dabei dehnt sich das Tapetenpapier in der Breite um ca. 2,5 % und in der Länge um 0,5 % aus. Die vorgeschriebene Weichzeit muss eingehalten werden, weil sonst Schäden wie Faltenbildung oder ein Aufplatzen der Nähte auftreten können.

Frage 2: Was versteht man unter Wandbeklebetechnik?
Die Tapeziermethode, bei der das Klebemittel auf den zu tapezierenden Untergrund aufgetragen wird und nicht auf die Rückseite der Wandbekleidung.

Frage 3: Was ist ein Rapport?
Ein Rapport ist die Wiederkehr eines Musters auf der Tapetenbahn. Man unterscheidet zwischen dem Höhenrapport, der sich auf der Bahn in der Höhe mehrmals wiederholt, und dem Seitenrapport, der sich in der Bahnbreite ja nach Musterart und -größe mehrmals wiederholen kann.

Frage 4: Welchen Kleister verwendet man für welche Tapete?
Grundsätzlich unterscheidet man drei unterschiedliche Arten:
1. Normalkleister: Reine Methylcellulose zum Kleben von Papiertapeten jeder Art.
2. Spezialkleister: Reine Methylcellulose mit Kunstharzzusätzen zum Kleben von stärkeren Präge-, Glattvinyl-, Strukturprofil- und Naturwerkstofftapeten.
3. Kleister für Tapeziergeräte: Reine Methylcellulose mit Kunstharz bzw. Dispersionskleber verstärkt, speziell für den Einsatz im Kleistergerät.

Frage 5: Wie muss der Untergrund für eine Tapezierung beschaffen sein?
Hierfür lautet die Faustregel: Der Untergrund muss trocken, fest, sauber, glatt und saugfähig sein.

Frage 6: Welchen Vorteil bieten Vliestapeten?
Vliestapeten sind dimensionsstabil, wasserdampfdurchlässig, rissüberbrückend, haben keine Trocknungsspannungen und sind trocken abziehbar. Eine Weichzeit ist nicht erforderlich. Sowohl die Wandklebetechnik als auch ein Einkleistern der Bahnen per Hand oder mit dem Kleistergerät ist möglich.

Frage 7: Wie entstehen offene Nähte beim Tapezieren und wie kann man sie vermeiden?
Meist durch unsachgemäße Untergrundvorbehandlung, ungleichmäßiges Einkleistern, zu geringe Weichzeiten oder zu wässrigen Kleister. Auch eine zu schnelle Trocknung der Tapezierung führt eventuell zu klaffenden Nähten. Es empfiehlt sich, nach dem Einkleistern und Zusammenlegen der Tapetenbahnen diese noch einmal aufzurollen.Dadurch wird ein Hochstellen und zu schnelles Austrocknen der Bahnkanten verhindert.

Frage 8: Kann man alte Tapeten einfach überkleben?
Nein. Das Entfernen von alten Tapeten ist vor jeder Renovierung erforderlich, weil das Überkleben von Alttapeten nicht fachgerecht ist und Tapezierfehler sowie Schäden verursacht.

Frage 9: Wie enfernt man hartnäckige Tapetenreste von der Wand?   
Dem Wasser, mit dem die alte Tapete aufgeweicht werden soll, wird ein handelsüblicher Tapetenablöser zugesetzt. So wird ein schnelles und leichtes Durchdringen der Tapete und ein Anlösen des Kleisters erreicht.
Bei Tapeten mit wasch- und scheuerbeständiger Oberfläche muss diese vorher mit einer Nagelwalze aufgerissen und durchlöchert werden, um das Eindringen des Wassers zu ermöglichen. Nach ausreichender Einweichzeit ist ein Entfernen der Tapete mit einem Spachtel möglich.

Frage 10: Was ist ein "Doppelnaht-Schnitt"?
Hierbei werden die Tapetenbahnen im Nahtbereich oder auch an den Außenecken ca. 5 cm überlappend geklebt und mit einem scharfen Beschneidemesser doppelt durchgeschnitten. Nach Herausnahme der Verschnittstreifen erzielt man eine besonders saubere, dichtstoßende Naht.

Frage 11: Was bedeuten die Anfertigungsnummern auf dem Einrollzettel der Tapete?
Jeder Neudruck von Wandbekleidungen wird vom Hersteller mit einer neuen Anfertigungsnummer gekennzeichnet. Vor dem Tapezieren ist festzustellen, ob alle Rollen, die für einen Raum bzw. eine Wand oder eine Deckenfläche verwendet werden sollen, aus derselben Anfertigung stammen. Unterschiedliche Zahlen oder Buchstaben auf dem Einrollzettel bedeuten, dass die Rollen nicht aus demselben Druckgang kommen. In diesem Fall besteht die Gefahr einer Farbtonabweichung. Rollen aus diesen unterschiedlichen Fertigungen sind auf gesonderter Fläche zu tapezieren.

Frage 12: Was versteht man unter dem "RAL-Gütezeichen"?
Tapeten, die das RAL-Gütezeichen tragen, sind von bester, verlässlicher Qualität und erfüllen höchste ökologische Ansprüche. Sie enthalten z.B. keine leichtflüchtigen Weichmacher, FCKW oder chlorierte bzw. aromatenhaltige Lösemittel. Bevor Tapeten mit dem RAL-Gütezeichen ausgezeichnet werden dürfen, durchlaufen sie strenge Prüfungen eines neutralen Instituts.